Samstag, 29. 10. 2011 - Santander


 

Frühstück, heute gibt es mal wieder Kasha, sprich Griessbrei. Also sind Marmeladebrote angesagt. Wir nähern uns Santander, um 0900 soll der Lotse übernommen werden. Das dauert aber, wir liegen vor der Stadt und warten. Endlich geht’s los und wir fahren an, die letzten Meter zur Pier werden wir geschleppt. Das Hafengebiet direkt in der Stadt ist relativ klein, mit einer Estación marítima, wo eine Fähre liegt. Alles ist eingezäunt und ausser den drei Offiziellen für die Einfuhr kein Mensch zu sehen. Santander scheint keine Notiz vom Grosssegler zu nehmen – ein Irrtum wie sich noch herausstellen sollte.

 

Oberbootsmann Kolja sieht die Sache gelassen und wirft

erst mal die Angel aus...

 

...während der Kapitän sich in Schale geworfen hat

 

Das Lotsenboot

 

Der Schlepper hat uns am Haken

 

 

Wir gehen erstmal Mittagessen, heute gibt es Suppe, Kartoffelbrei und überbackenes Kotelette, sehr gut. Einige von uns haben aber schon das Schiff verlassen. Anschliessend gibt es ein kleines Mittagsschläfchen und um 1400 ziehen wir zu fünft los um uns die Stadt anzusehen. Es gefällt uns, macht einen sehr gemütlichen Eindruck. Wir halten schon mal Ausschau nach einem Restaurant wo wir am Abend essen wollen.

 

 

In einem Supermarkt machen wir noch ein paar Einkäufe und gehen zurück zum Schiff – wo uns fast der Schlag trifft, es ist Open Ship und auf dem Schiff wimmelt es von Besuchern. Und unten steht eine lange wartende Schlange!

 

Der Kapitän dachte dass sich niemand interessiert von den Spaniern und die Hafenbehörde tat kund dass sowieso niemand in den abgesicherten Bereich darf. Weiter oben in der städtischen Hierarchie beschloss man aber zur Besichtigung den Hafen zu öffnen, mittlerweile waren aber die Crewmitglieder, die für den Ticketverkauf zuständig sind in der Stadt, so dass man das Schiff kostenlos besichtigen konnte – schade, wäre gutes Geld fürs Schiff gewesen. Als der Kapitän die lange Warteschlange sieht wird er bleich.

 

Wir drücken uns auf dem Deck rum und schauen den Besuchern zu und amüsierten uns. Gegen 1930 gehen wir los in unser ausgespähtes Restaurant und verbringen einen netten Abend bei ausgezeichnetem Essen. Dann spazieren wir zurück aufs Schiff, ich gehe dann aber nochmal mit zwei Kameraden los auf ein paar Biere. Als wir spät zurückkommen baut sich einer der beiden Kadetten, die Wache am Hafeneingang haben vor uns auf, aber der Andere kann ihm klar machen dass wir ja Trainees sind. Ich wundere mich dass uns nach einer Woche auf dem Schiff immer noch nicht jeder kennt.

 

Ich hole die grosse Kamera und möchte noch ein paar Nachtaufnahmen machen. Schnell gesellt sich einer der Ausbilder dazu, er stellt sich als Mikail aus Murmans vor. Spricht nur leider kein englisch.

 

Es ist schon 0130 als ich in die Koje krieche – macht nichts, heute Nacht wird die Zeit umgestellt.